TerminanfrageKontaktformular
ÖffnungszeitenÖffnungszeiten:
Montag08:00 - 17:00
Dienstag08:00 - 17:00
Mittwoch08:00 - 17:00
Donnerstag08:00 - 17:00
Freitag08:00 - 12:00
Samstaggeschlossen
Sonntaggeschlossen
shortcut newsKlientenportal

Import eines Fahrzeugs aus der EU

Zwar sind einige Steuern in der EU harmonisiert worden, so etwa die Umsatzsteuer, jedoch gibt es neben diesen noch zahlreichen Abgaben, die von den einzelnen Mitgliedstaaten unterschiedlich erhoben werden. Dazu zählt unter anderem die Normverbrauchsabgabe, kurz NoVA. Eine solche ist bei der erstmaligen Zulassung eines Kfzs in Österreich bzw. auch beim Erwerb eines Kfzs durch einen inländischen Kfz-Händler abzuführen und gilt sowohl für Motorräder, Pkw sowie seit 01. Juli 2021 auch für Klein-Lkw.

Die NoVA wird üblicherweise vom Kfz-Händler im Inland bereits richtig berechnet und an das zuständige Finanzamt abgeführt. Ist aber kein inländisches Autohaus involviert, bspw. weil das Auto in Deutschland erworben wurde, obliegt die Berechnung und Abfuhr der NoVA dem Kfz-Käufer.

Daneben sind auch das Alter und das bisherige Nutzungsausmaß des Kfz für die umsatzsteuerliche Behandlung des Erwerbs relevant. Die steuerlichen Folgen eines solchen Imports hängen davon ab, ob es sich beim österreichischen Käufer des Kfz um einen Unternehmer oder eine Privatperson handelt.

Die steuerliche Behandlung ist wie folgt zu sehen:

Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer wird unterschiedlich behandelt, je nachdem, ob es sich beim Verkäufer und/oder Käufer um Unternehmer handelt oder nicht. Da der Großteil der Kfz-Ankäufe aus dem EU-Ausland erfolgt, wird in dieser Aufstellung auf den Erwerb aus Drittstaaten verzichtet.

Verkäufer Unternehmer (EU) - Käufer Unternehmer (Ö)

Beim Erwerb eines Kfz aus dem EU-Ausland durch einen Unternehmer für den Betrieb eines österreichischen Unternehmers ist die Rechnung so wie beim Erwerb von anderen Anlagegütern oder Handelswaren ohne Umsatzsteuer auszustellen. Dafür hat der Hinweis als innergemeinschaftlicher Erwerb ebenso wie die UID-Nummer des Erwerbers des Fahrzeugs und auch des Rechnungsausstellers auf der Rechnung zu stehen. Der inländische Unternehmer hat dafür 20% Umsatzsteuer in Form einer Erwerbsteuer in der österreichischen UVA anzugeben und an das Finanzamt in Österreich abzuführen. Wie bei dem Erwerb von anderen Gegenständen aus der EU kann gleichzeitig in gleicher Höhe die Vorsteuer in der UVA in Abzug gebracht werden. Dies gilt jedoch nur, wenn es sich dabei um ein vorsteuerabzugsberechtigtes Fahrzeug handelt. Ein solches ist in einer vom BMF deklarierten Liste zu finden oder das Fahrzeug zur gewerblichen Weiterveräußerung bzw. zu mindestens 80% der gewerblichen Personenbeförderung oder Vermietung dient. Handelt es sich dabei um ein E-Auto steht der volle Vorsteuerabzug bis zu Anschaffungskosten von brutto € 40.000,00 zu.

Sonderfall Differenzbesteuerung:

Handelt es sich beim Kfz um ein Gebrauchtfahrzeug (älter als sechs Monate und mehr als 6.000 km gefahren), welches von einer Privatperson angekauft wurde, steht für den Kfz-Händler kein Vorsteuerabzug zu. Wird das Auto danach an einen österreichischen Unternehmer weiterverkauft, kann dafür die Differenzbesteuerung vorgenommen werden, sodass lediglich die Gewinnmarge des Kfz-Händlers im EU-Ausland der Umsatzsteuer unterliegt. Davon wird auch die innergemeinschaftliche Lieferung überlagert. In diesem Fall ist die Rechnung an den inländischen Unternehmer somit nicht als innergemeinschaftliche Lieferung auszustellen, sondern es ist auf der Rechnung der Hinweis über die Anwendung der Differenzbesteuerung anzugeben. Die Höhe der Umsatzsteuer ist dabei nicht auszuweisen. Da die Versteuerung bereits im Ursprungsstaat erfolgt, ist eine Erwerbsbesteuerung nicht nötig. Gleichzeitig ist aber auch kein Vorsteuerabzug möglich.

Verkäufer Unternehmer (EU) - Käufer Privatperson (Ö)

Handelt es sich beim Käufer um eine Privatperson, ist zunächst zu unterscheiden, ob es sich beim Kfz um einen Neu- oder Gebrauchtwagen handelt. Ein Neuwagen liegt vor, wenn das Kfz entweder weniger als sechs Monate alt ist oder damit bisher weniger als 6.000 km zurückgelegt wurden. Ist das Fahrzeug als Gebrauchtwagen zu qualifizieren, stellt der ausländische Verkäufer die Rechnung mit der ausländischen Umsatzsteuer aus. Der Erwerber des Kfz hat darüber hinaus keine weiteren Verpflichtungen hinsichtlich der Umsatzsteuer. Ist das Fahrzeug jedoch ein Neuwagen, ist die Privatperson wie ein Unternehmer zu behandeln und die Umsatzsteuer im Bestimmungsland abzuführen (sog. „Fahrzeugeinzelbesteuerung“). Das heißt, dass der ausländische Kfz-Händler die Rechnung ohne Umsatzsteuer mit Hinweis auf das Vorliegen einer innergemeinschaftlichen Lieferung ausstellt. Die Privatperson hat dafür im Rahmen der Fahrzeugeinzelbesteuerung 20% des Nettokaufpreises an Umsatzsteuer in Österreich zu bezahlen. Ein Vorsteuerabzug steht nicht zu. Die Privatperson hat dazu das NoVA2-Formular beim jeweiligen Wohnsitzfinanzamt abzugeben und die Umsatzsteuer in Österreich zu bezahlen.

Überstellung nach Österreich und Typengenehmigung

Für die Überstellung des Fahrzeugs nach Österreich muss vom ausländischen Kfz-Händler ein Kennzeichen ausgestellt werden. Damit das Fahrzeug schlussendlich in Österreich zum Verkehr zugelassen werden kann, bedarf es aber einer EU-Betriebserlaubnis (Typenschein), falls eine solche nicht vorliegt, muss zunächst eine Einzelgenehmigung beantragt werden.

Normverbrauchsabgabe (NoVA)

Wie bereits eingangs erwähnt unterliegen Motorräder, Pkw und Klein-Lkw der NoVA. Eine Berechnung der Höhe der NoVA ist nunmehr über den offiziellen NoVA-Rechner des BMF (https://onlinerechner.haude.at/BMF-NoVARechner) möglich und orientiert sich am CO2-Ausstoß sowie am Kaufpreis. Für folgende Kfz ist keine NoVA vorzuschreiben: Für die Berechnung der NoVA haben Unternehmer das NoVA1- und Privatpersonen das NoVA2-Formular bei ihrem Betriebs- bzw. Wohnsitzfinanzamt abzugeben und diese dann auch zu bezahlen. Mit dem NoVA2-Formular können Privatpersonen für Neufahrzeuge gleichzeitig zur NoVA auch die Umsatzsteuer im Rahmen der Fahrzeugeinzelbesteuerung anmelden und berechnen. Erst bei vollständiger Bezahlung der NoVA kann die jeweilige Fahrzeugidentifikationsnummer in der Genehmigungsdatenbank freigeschalten werden. Erst dann ist eine Zulassung in Österreich überhaupt möglich. Ob das jeweilige Kfz in der Genehmigungsdatenbank freigeschalten ist, kann hier abgefragt werden (https://gdb.vvo.at/kfz-finanzsperrauskunft/).

Zulassung

Wurde das Kfz in der Genehmigungsdatenbank freigeschalten, kann die Zulassung in Österreich beantragt werden. Dazu wird benötigt:

Checklisten:

Wirtschaftstreuhand Kufstein -
Steuerberatungsgesellschaft m.b.H.
. .
Qr-Code Kontakt Wirtschaftstreuhand Kufstein Oberer Stadtplatz 15
6330 Kufstein
Österreich
Qr-Code Kontakt Wirtschaftstreuhand Kufstein Telefon: +43 5372 61361
Fax: +43 5372 61361 19
Email: office@wtkufstein.at
Qr-Code Kontakt Wirtschaftstreuhand Kufstein UID: ATU50486601
FN 199231m, FB Innsbruck
Unsere Kontaktdaten:
Qr-Code Kontakt Wirtschaftstreuhand Kufstein

Wir arbeiten zusammen mit:

Logo WKO
Wir sind Mitglied von:
Logo KSW